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Die Narren und die Nazis (2008)
 

Autoren: Frank Gutermuth und Sebastian Kuhn


Die Narren und die Nazis (2008)

Unsere Geschichte der deutschen Karnevalsvereine und -gesellschaften im Nationalsozialismus ist die Geschichte von Tradition, Anpassung und Unterwerfung, aber auch die Geschichte von Protest und leisem Widerstand gegen die bestehenden Verhältnisse. Der Fokus des Films richtet sich natürlich auf die Hochburgen wie Köln und Mainz, aber auch auf Nürnberg, wo sich die Situation unter dem fanatischen Nationalsozialisten Julius Streicher gänzlich anders gestaltete. Der Frankfurter Stadtteil Heddernheim rückt ebenfalls in den Blickpunkt: Als Beispiel für einen mutigen kleinen Verein im Vergleich zu den großen Angepassten.

Seit dem Machtantritt Hitlers unternehmen die Nationalsozialisten allerhand, um den Karneval ideologisch für ihre Zwecke nutzen zu können. Noch vor dem 11.11.1933 – dem Beginn der närrischen Zeit – erlässt die NSDAP Weisung für den gesamten deutschen Karneval, dass jeglicher Verweis auf den kirchlich-christlichen „Fastabend“ zu unterbleiben habe und stattdessen seine Herkunft in der völkischen „Vasenacht“ zu suchen sei. Jüdische Karnevalisten werden umgehend zur passiven Mitgliedschaft genötigt, das heißt sie dürfen nicht mehr an den Umzügen teilnehmen. Mit der Verkündung der „Nürnberger Rassegesetze“ 1935 führen alle Karnevalsgesellschaften den Arierparagraphen in ihrer Satzung ein, die letzten noch verbliebenen Juden werden ausgeschlossen.

Nach Protest sucht man hier noch weitgehend vergeblich. Traditionelle Themen der Karnevalsgesellschaften wie „Heimat“, „Romantik“ gehen mit den nationalsozialistischen Vorstellungen genauso konform wie ein weit verbreiteter Nationalismus, der sich in vielen Liedtexten aus der damaligen Zeit widerspiegelt. Doch da, wo Nazi-Funktionäre in Autonomie und Tradition eingreifen wollen, regt sich Unmut und der „unmögliche“ Widerspruch wird möglich.





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