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Hitlers Polizei (2011)
 eine 2-teilige ARD Dokumentation

Wolfgang Schoen, Holger Hillesheim, Frank Gutermuth und Sebastian Kuhn

(Nom. Adolf-Grimme-Preis)

eine 2-teilige ARD Dokumentation von Wolfgang Schoen, Holger Hillesheim, Frank Gutermuth und Sebastian Kuhn

Eine Produktion im Auftrag des RBB, WDR und ARTE, in Kooperation mit der deutschen Hochschule der Polizei

Inhalt:

Auf die Polizei können sich die Nationalsozialisten schnell verlassen. Ohne erkennbaren Widerstand werden uniformierte Polizei und Kriminalpolizei zu effektiven Instrumenten in den Händen der braunen Machthaber. Sie sorgen nachhaltig für die Stabilisierung des neuen NS-Systems in der Anfangsphase, bis hin zum sich abzeichnenden Untergang Hitler-Deutschlands. Gleichzeitig bilden diese “alten” Polizisten in der alltäglichen Arbeit das Rückgrat der Gestapo, der Geheimen Staatspolizei.

Gelernte Polizei-Fachkräfte und neue Weltanschauungskrieger arbeiten jetzt Hand in Hand. Ohne das Fachwissen der gut ausgebildeten Polizisten aus Kaiserreich und Weimarer Republik wäre der Erfolg der neuen Machthaber wohl kaum so schnell und gründlich gewesen. Ohne diese „Helfer“ wäre der Durchmarsch von der Demokratie zum alles umfassenden NS-Staat wohl kaum so reibungslos und gründlich vollzogen worden. Die Polizei insgesamt wird zum willfährigen und zuverlässigen Helfer, zu einer der tragenden Machtsäulen des Regimes bei der Durchsetzung zunächst nach innen. Schon 1933 gehören bis zu 25 Prozent der Beamten der NSDAP an, in verschieden Regionen sind zügig annähernd 50 Prozent der Offiziere der Ordnungspolizei in der SS. “Dein Freund und Helfer” wird zum Feind und Albtraum aller, die nicht in das neue Weltbild passen. Die Jagd auf politische Gegner – vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten, Liberale und Demokraten – wird sofort eröffnet. Polizeiarbeit richtet sich auch schnell gegen diejenigen, die ideologisch aus der „Volksgemeinschaft“ herausdefiniert werden: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte und so genannte „Arbeitsscheue“ und „Asoziale“.

Mit Kriegsbeginn 1939 wird das Arbeitsgebiet größer. Nicht nur die Polizeibataillone sorgen für „Recht und Ordnung“ in den besetzten Gebieten. Polizisten sind in allen Gruppierungen der „Ordnungskräfte“ hinter den Fronten vertreten. Die Arbeitsgebiete sind ausgedehnt und die Aufgabenbereiche weitreichend: vom tatsächlich „normalen“ Polizeidienst bis hin zur aktiven Beteiligung am Massenmord und der so genannten „Partisanenbekämpfung“. Und auch hier gilt wie zuvor bei der Arbeit im Inneren des Deutschen Reiches: Ohne das effektive Fachwissen von geschulten Polizeikräften wäre das ideologische Hauptziel des Nationalsozialismus, die Vernichtung der europäischen Juden, in diesem Ausmaß nicht zu erreichen gewesen. Im Osten wie im Westen. Und – die Radikalisierung der Gesellschaft nach innen und außen in den letzten Kriegsjahren wird von den Polizeikräften entscheidend mitgetragen.

So schnell und problemlos der Übergang von der Demokratie der Weimarer Republik zum verbrecherischen NS-Staat vollzogen war, genauso problemlos schafft die Polizei nahezu bruchlos den Übergang nach dem verlorenen Krieg zurück in die neue Demokratie. Nur wenige müssen sich für ihre Taten verantworten. Die tatkräftige Unterstützung von Massenmord und der Schutz der neuen Demokratie scheint aus polizeifachlicher Sicht kein unvereinbarer Widerspruch zu sein.

In den Nürnberger Prozessen wurde lediglich die Gestapo als verbrecherische Organisation definiert und verurteilt. In ihrem Film zeigen die Autoren erstmalig eindrucksvoll auf, dass die anderen Teile der Polizei bis heute zu Unrecht im Ruf stehen, während der NS-Zeit „sauber“ geblieben und nicht in verbrecherische Machenschaften verwickelt gewesen zu sein. Deutlich wird: das Bild von der „sauberen“ Polizei im Nationalsozialismus ist nicht mehr als ein Nachkriegsmythos. Der Film verfolgt dabei anhand ausgewählter Biographien auch die Spuren des Terrors „ganz normaler Polizisten“ im deutschen Machtbereich, führt zu den historischen Schauplätzen im In- und Ausland und lässt Überlebende sowie ausgewiesene Experten zu Wort kommen.


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